Ein rundes, fotografisches Objekt liegt flach auf dem Boden, die Betrachtenden können es umschreiten, jedoch lenkt die Bildkomposition den Blick: Es zeigt eine schwebende Frau in mehrfach überlagerten, kreisenden Bewegungen, eingefügt in konzentrische Kreise, die räumliche Tiefe andeuten. Die Frau wirkt durchscheinend, mit geschlossenen Augen, fast wie ein ätherisches Wesen.

Die Bildaussage entspringt fotografischen Aufnahmen einer tanzenden Frau, inspiriert von der Owara-Musik des Komponisten Kilar, deren dynamisch wachsende, repetitive Struktur tranceartige Impulse freisetzt. Diese Impulse spiegeln sich in den körperlichen Gesten der Tanzenden wider, die sich zwischen persönlicher Selbstbefragung und einer universellen, existenziellen Dimension bewegen.

Der Tanz wird zur Metapher für die Zentrierung des Lebens und eine Befragung des weiblichen Selbst, das sich – befreit von gesellschaftlichen Zwängen – in schwebender Leichtigkeit offenbart. Dabei verschmelzen sinnliche und spirituelle Ebenen: Die Kreisbewegungen der Tanzenden symbolisieren Einheit, führen zu einem ästhetischen Erleben des Transzendenten und lassen hinter der Bewegung eine Verbindung zum Göttlichen erahnen.

In dieser künstlerischen Arbeit wird der Tanz zur Brücke zwischen sinnlich Sichtbarem und spiritueller Tiefe, ein Fenster in die Transzendenz, das uns universelle Fragen nach Identität und Dasein stellt.

Prof. Dr. rer. pol. Eckhart Bauer

Foto Sabina Kaluza

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