„sinus animi“ – Der Körper als geistige Dimension

In ihrer Serie „sinus animi“ (Falten des Geistes, 2007–2009) erweitert Sabina Kaluza ihre Beschäftigung mit dem Frauenkörper als gesellschaftlichem „Repräsentationsraum“ und entzieht ihn der klassischen Auffassung des normativ „schönen“ Aktes. Der Körper wird hier entmaterialisiert und als eine geistig-ätherische „Matrix“ betrachtet, die eine neue Form von Körperlichkeit und Geistigkeit vereint.

Kaluza arbeitet mit Fragmentierung, Schnitt und Überlappung, um Strukturen sichtbar zu machen, die an das Möbiusband erinnern – ein Konzept, bei dem Innen und Außen fließend ineinander übergehen. Der weibliche Körper erscheint so als transformativer Raum, der sich der bloßen Materialität entzieht und zwischen Körperlichem und Geistigem, zwischen den Welten, wandelt.

Die Transparenz der Kunststoffplatte verstärkt diese Vergeistigung, indem sie Abstraktion und Durchlässigkeit symbolisiert. Sabina Kaluza führt mit dieser Arbeit den weiblichen Körper aus der Peripherie einer ästhetischen Wahrnehmung in die Mitte einer philosophischen Interpretation.

Iwona Glajc (M.A. Kunstwissenschaft)

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