„impetus“: Tänzerische Reflexion über Frau-Sein und Freiheit
Die Serie „impetus“ besteht aus zwölf Glasplatten, die weiche Konturen einer tanzenden Frau in verschiedenen Bewegungsposen zeigen. Die wie hingetupften Bilder lassen mehr erahnen als erkennen und fordern einen konzentrierten Blick. Die Arbeit thematisiert das suchende Ausloten des Frau-Seins durch expressive Körperlichkeit, inspiriert von den Einschränkungen der Frau im 19. Jahrhundert, die bis heute nicht vollständig überwunden sind.
Die zarte Bildsprache verweist auf ein fragendes Suchen nach Freiheit, das sich im Tanz als Moment der Entpflichtung von gesellschaftlichen Schranken manifestiert. Die Künstlerin stellt Fragen nach der Rolle der Frau in einer von Männern dominierten Kunstwelt, nach modernen „Einschnürungen“ und der Möglichkeit, sich uneingeschränkt künstlerisch auszudrücken.
Die tänzerischen Bewegungen sind ein subjektiver, expressiver Versuch, das Empfinden von Freiheit und das eigene Frau-Sein zu ertasten. Durch die ästhetische Vermittlung dieser individuellen Suche entsteht eine Verbindung zum Allgemeinen – ein sensibles Nachdenken über das heutige Frau-Sein. „impetus“ ist ein künstlerischer Weg der Wahrheitsfindung, der durch Tanz und Subjektivität neue Perspektiven eröffnet.
Den gesamten Text von Prof. Dr. rer. pol. Eckhart Bauer finden Sie unter: